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Rubrik: Geschichte & Kultur

Am Anfang war Ägypten
Die Geschichte der pharaonischen Hochkultur von der Frühzeit bis zum Ende des Neuen Reiches

Buch

  • Am Anfang war Ägypten
    Die Geschichte der pharaonischen Hochkultur von der Frühzeit bis zum Ende des Neuen Reiches
  • Autor: Michael Höveler-Müller
  • Verlag: Philipp von Zabern
  • Umfang: 272 Seiten
  • Buchformat: 16,5 x 24 cm
  • Gebundene Ausgabe
  • Abbildungen: 37 farbig, 17 s/w
  • 2. völlig neu bearbeitete Auflage
  • Erscheinungsdatum: 13.03.2013
  • ISBN: 978-3-8053-4607-8
  • Neupreis: 29,99 Euro

    Bestellmöglichkeit :


Das vorliegende Buch "Am Anfang war Ägypten" ist als Einstiegswerk in die ägyptische Geschichte gedacht. Es richtet sich ausschließlich an die interessierte Öffentlichkeit und an Studierende der Ägyptologie. Hiermit liegt nun die zweite aktualisierte Auflage vor, die der Verlag Philipp von Zabern im März 2013 herausgebracht hat.

Im Vorwort betont der Autor und Ägyptologe, dass das Buch einen fundierten Überblick verschaffen soll. Der Inhalt behandelt aber dennoch einen langen Zeitraum ägyptischer Vergangenheit von mehr als 3000 Jahren. Von der sogenannten Frühzeit, die der Autor um 6000 v.Chr.beginnen läßt, bis hin zum Ende des Neuen Reiches, um 1100 v.Chr. Dreimal wurde das Reich am Nil geeint und jedesmal gingen diese Einheitsbestrebungen von der längst untergegangenen Stadt Theben aus. Menes (Aha), Mentuhotep und Ahmose, heißen die drei Pharaonen, die Weltgeschichte geschrieben haben. Neugierig geworden? Das Buch soll nämlich Neugier auf die pharaonische Hochkultur wecken; das wünscht sich der Autor laut seinem Vermerk im Vorwort.

Mit diesem Band liegen dem Leser auch aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Fach Ägyptologie vor. Der Inhalt wurde aktualisiert, korrigiert und neue Abbildungen wurden in das Werk eingefügt. Außerdem teilt der Autor mit, dass er lediglich die schlüssigsten und wahrscheinlichsten Theorien vorstellt, sowie seine eigenen. Theorien, die neben den wissenschaftlichen Fakten sorgfältig dargelegt sind.

Das sehr gut gestaltete und thematisch vorbildlich strukturierte Buch umfaßt die drei großen historischen Epochen (Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich) und die lange Zeit davor. Im Kapitel "Grundlagen" und "Am Anfang" leitet der Autor den Leser verständlich ein in die altägyptische Kultur. Es geht unter anderem um die Art ägyptischer Darstellungen, schriftliche Belege und Traditionen.

Im Kapitel "Frühzeit und frühdynastische Zeit" erfährt der Leser wie das alte Ägypten aus dem Dunkel der Geschichte auftaucht. Und wie die nachfolgende Entwicklung des noch ungeeinten Landes über lange Zeiträume hinweg, vonstatten ging. Die allerersten Könige, die über Ägypten herrschten, werden vorgestellt. Ihre Umwelt, ihre Grabanlangen und Friedhöfe, sind oftmals ausführlich beschrieben. Politische Ereignisse ebenso. Des Weiteren erfährt der Leser in den kurzweiligen Artikeln Informatives über die verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Königsfamilien. Beschreibungen von den jeweiligen Grabbauten der im Buch vorgestellten Pharaonen, insbesondere zu Jenen aus dem Alten und Mittleren Reich, sind detailliert aufgeführt. Auch der Kult am Grab läßt der Autor nicht aus. Vielfach zieht er Belege aus den Annalen, aus Grabinschriften und aus Inschriften auf Papyri, hervor. Dann erfährt der Leser auch Wesentliches über die ägyptische Verwaltung, den Ackerbau, den Handel und die Religion; über diese aber nur am Rande.

Weil in diesem Buch alle großen historischen Epochen und die damit verbundenen Pharaonen behandelt werden, erschließt sich dem Leser ein vielfältiges Bild über die Hochkultur der alten Ägypter. Da chronologisch aufgebaut, kommen zunächst, die für die breite Öffentlichkeit weniger bekannten Pharaonen, im Buch vor. Insbesondere Jene aus der sogenannten Frühzeit, die Zeit die Ägypten für seinen Start zur späteren Weltmacht benötigte. Die insgesamt wechselvolle Geschichte Ägyptens, beschreibt der Autor lebendig und durchaus spannend. Wobei mache Artikel etwas langatmig erscheinen. Zum Beispiel wenn der Autor eine Nekropole oder ein Grabbau detailliert beschreibt. Für Kurzweiliges bietet der Autor dem Leser dennoch ungleich mehr an Stoff, wie: politische Spannungen, zwischenmenschliche Ereignisse und Tragödien sowie traditionelle Entwicklungen. Immer wenn eine Umwälzung oder große Veränderung im Lande Ägypten vonstatten ging, bekommt das Buch an Fahrt.
Die bekanntesten und bedeutenden Herrscher Ägyptens, werden auch mit diesem Buch, gewürdigt. Und der Leser erfährt nach der Mitte des Buches, dass unter Pharao Thutmosis III. das Reich am Nil nie größer war als je zuvor. Welche hervorragenden Leistungen manche Pharaonen vollbracht haben. Wie eine Frau den Horusthron besteigen konnte. Mit welcher Kraft das Reich zum dritten Male geeint wurde. Dies und noch viel mehr, schildert der Autor in seiner klaren Schreibweise.

Schon beim Lesen der ersten Kapitel fällt auf wie exakt und fundiert der Autor die verschiedenen Themen erarbeitet hat. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der thematischen Behandlung der einzelnen damals regierenden Pharaonen. Dies zieht sich durch alle großen Kapitel hindurch. Jeder König, machmal auch Königin, werden in einem Artikel oft mit Unterthemen, vorgestellt.
Wissenschaftliche Fakten stehen absolut im Vordergrund. Der Autor verzichtet weitgehend auf weniger erschlossene Geschehnisse. Spezielle Themen sind nicht oder nur ganz wenig aufgeführt, so zum Beispiel die komplexe Götterwelt, der gewöhnliche Alltag im Volk oder die Tierwelt im alten Ägypten. Dies würde aber sicherlich den Rahmen des Buches sprengen.

Der Inhalt orientiert sich sehr stark an wissenschaftlicher Korrektheit und Sachlichkeit. Das ist für den anspruchsvollen Leser natürlich sehr von Vorteil. Dennoch gibt der Autor durch seine gezielte Auswahl an Theorien dem Buch eine ganz individuelle Note. Und er versteht es sehr gut, die Theorien in einen sinnvollen Kontext zu bringen.
Eine seiner eigenen Theorien, ist zum Beispiel: er setzt die Königin Nofretete (Gemahlin von Echnaton) mit der Person namens Semenchkare gleich.

"Am Anfang war Ägypten" enthält 265 Anmerkungen; die meisten davon von bekannten Ägyptologen. Eine Zeittafel und ein umfassendes Literaturverzeichnis bereichern das Buch. Allerdings gibt es kein Glossar darin. Was nicht von großem Nachteil ist, denn der Autor schreibt sehr verständlich, auch erklärend.

Empfehlenswert ist "Am Anfang war Ägypten" vorzugsweise für Leser mit ernsthaftem Interesse an der altägyptischen Hochkultur. Ägyptologische Vorkenntnisse sind von Vorteil. Der größte Teil des Buches beschäftigt sich mit den einzelnen Pharaonen und deren Wirken im Land am Nil.
Der Autor beendet seine Ausführungen über die Historie Ägyptens mit einem Artikel über den letzten Herrscher des Neuen Reiches: Ramses XI., um 1100 v.Chr. – Danach macht es durchaus Sinn, eine weitere Lektüre zurhand zu nehmen, die von den Nachfolgern erzählt, die meistens fremder Herkunft waren.


Über den Autor:
Der Ägyptologe Dr. des. Michael Höveler-Müller arbeitete in verschiedenen ägyptischen Museen und Sammlungen. Neben Ausstellungskatalogen veröffentlichte er erfolgreiche populäre und wissenschaftliche Publikationen zum Alten Ägypten.

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